Vietnamreise mit dem kostenlosen Visum

Von Vientiane ging es dann nach Hanoi, Vietnam. Man kann die Reise per Bus absolvieren, allerdings ist die Busfahrt über 24 Stunden lang und ist aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse auch nicht besonders bequem. Aus diesem Grund habe ich schon während meiner Zeit in Thailand nach möglichen Flügen von Vientiane nach Hanoi gesucht und bin zum Glück auch fündig geworden. Die Flugzeit beträgt ca. 1 Stunde und ist sehr viel angenehmer als die Busfahrt.

Bis zu diesem Sommer brauchte man für Vietnam ein Visum. Doch seit Ende Juli können deutsche Staatsbürger für 15 Tage kostenlos einreisen. Die 15 Tage sind allerdings sehr knapp, um sich ganz Vietnam anzusehen. Vietnam ist extrem lang gezogen. Dadurch ergeben sich relativ lange Reisezeiten innerhalb Vietnams. Ich habe mir im Vorfeld schon einen ungefähren Plan gemacht wo ich Halt machen wollte und wie lange ich überall bleiben wollte. Die Zeit ist extrem schnell vergangen, aber ich denke, dass ich meine Zeit in Vietnam sehr gut genutzt habe.

In den 2 Wochen bin ich von Hanoi runter nach Ho Chi Minh City (Saigon) gereist und habe auf Cat Ba, in Hue, Hoi An und Mui Ne jeweils für ein paar Tage Halt gemacht. Zwischen den einzelnen Städten bin ich mit Bussen gereist. Die Busse in Vietnam waren die Besten, die ich in meiner Zeit in Südostasien gesehen habe. Sie waren recht bequem und was noch viel wichtiger war, die Busse waren auch pünktlich! Ich habe auch 2-mal einen Nachtbus genommen und mir damit die Kosten für ein Hostel gespart. Ab Hue hatte ich ein sogenanntes Open Ticket bis nach Ho Chi Minh City. Das ist eine Art Hop On / Hop Off Bus, der in verschiedenen Städten anhält. Man kann dann in dem jeweiligen Ort ein paar Tage verbringen, und wenn man weiterreisen möchte, muss man dem Busunternehmen einen Tag vorher Bescheid geben. Ich fand diese Variante sehr angenehm, da man sich nicht andauernd nach Busstrecken und Buspreisen informieren musste. 

Hanoi

In Hanoi war ich nur für 2 Nächte und hatte nur einen vollen Tag um die Stadt erkunden. Ich habe die kurze Zeit genutzt, um die Stadt so es geht zu erkunden. Ich habe mir eine Tran Quoc Pagoda, das Ho Chi Minh-Mausoleum und den Literaturtempel angesehen. Die Tran Quoc Pagoda ist die älteste Pagode der Stadt. Das Ho Chi Minh-Mausoleum habe ich mir nur von außen angesehen und im Literaturtempel haben gerade Studenten ihren Abschluss gefeiert. Ansonsten bin durch kleine Gassen der Altstadt gelaufen und habe mir das tägliche Leben angesehen. 

Cát Bà und die Halong-Bucht

Von Hanoi ging es mit dem Bus nach Hai Phong und dann mit einer Fähre auf Cat Ba, die größte Insel in der Halong-Bucht. Ich hatte mich sehr auf Cat Ba gefreut, da es nun endlich ans Meer and an den Strand ging. Von Cat Ba aus habe ich eine Tagestour in die Halong-Bucht gemacht. Wir sind mit dem Boot durch die Bucht gefahren, haben auf Monkey Island haltgemacht und sind mit Kajaks durch Höhlen in der Halong-Bucht gefahren. Die Halong-Bucht ist sehr beeindruckend. Was allerdings sehr schade ist, ist das in der Bucht auch ein sehr viel Plastikmüll schwimmt und das schöne Naturbild zerstört. 

Hue

Hue war für mich nur ein sehr kurzer Zwischenstopp. Ich habe dort nur eine Nacht verbracht, da es dort extrem stark geregnet hat und alle Straßen unter Wasser standen. Daher bin ich den nächsten Tag weiter nach Hoi An gefahren und habe auf besseres Wetter gehofft. Trotz des schlechten Wetters in Hue, habe ich versucht mir die Stadt so gut es geht auszusehen. Ich bin etwas durch die Stadt geschlendert und habe mir den königlichen Palast angesehen. Außerdem hat Hue auch eine sehr gute regionale Küche mit Gerichten, die es nur in Hue gibt. Ich habe versucht in der kurzen Zeit, möglichst viele der regionalen Spezialitäten zu probieren. 

Hoi An

In Hoi An war dann zum Glück wieder besseres Wetter. Hoi An ist eine ehemalige Handelsstadt mit einem Hafen entlang der Seidenstraße. Daher gibt es in der Stadt viele Gebäude mit chinesischem und japanischem Einfluss. Noch heute ist Hoi An für seine Schneider bekannt. Es gibt unzählige kleine Läden, in denen man sich Kleidung oder auch Taschen anfertigen lassen kann. Hoi An ist sehr entspannt. Tagsüber kann man durch die vielen Geschäfte bummeln und am Abend gibt es am Fluss entlang zahlreiche Bars und Restaurants und alles ist mit Lichtern und Laternen ausgeleuchtet. Einen Tag habe ich dazu genutzt, um einen Ausflug zum Strand zumachen. Der Strand ist nur 4 km entfernt und mit dem Fahrrad schnell erreichbar. Ähnlich wie in Hue gab es auch in Hoi An regionale Spezialitäten. 

Mui Ne

Als Nächstes ging es nach Mui Ne. Mui Ne liegt an der Küste im Süden Vietnams und ist vor allem bei Kitesurfern bekannt. Ich wollte dort auch einen Anfängerkurs im Kitesurfen machen, doch leider war der Wind nicht stark genug. Also habe ich dort die Zeit damit verbracht am Strand zu relaxen und an einen der Tage habe ich eine Tour zu den Sanddünen gemacht. 

Ho Chi Minh City (Saigon)

Der letzte Stopp in Vietnam war in Ho Chi Minh City. In der Stadt habe ich mir das Kriegsmuseum und etwas außerhalb der Stadt die Cu Chi Tunnel angesehen. Beides war sehr interessant, aber zugleich auch sehr erschreckend. Es ist schon immer wieder erstaunlich, zu was Menschen fähig sind. Die Cu Chi Tunnel sind das Tunnelsystem mit dem Vietnam oder besser gesagt die Guerillakämpfer den Krieg gegen die USA gewonnen haben. Zu den Cu Chi Tunnel habe ich eine Tour gemacht. Unser Guide für den Tag war sehr gut und hatte viele Informationen aus erster Hand, da sein Vater auch ein Guerillakämpfer war. Auf der Tour konnten wir die originalen Tunnel sehen und auch versuchen, in den Tunneln zu laufen. Die Tunnel sind ca. 1,20 m hoch und 80 cm breit und ca. 3 m unter der Erde. Nach 10 Meter in den Tunneln hat es mir gereicht und ich habe einen Ausgang gesucht. Es ist wirklich schwer vorstellbar wie die Kämpfer auf diese Weise mehrere Hundert Meter oder sogar Kilometer zurückgelegt haben.  

Die Zeit in Vietnam ist wirklich sehr schnell vergangen. Es gibt sehr viel zu sehen und die 15 Tage sind dafür ziemlich knapp. Als Nächstes geht es nun nach Kambodscha. 

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